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Laser-Schweißfehler: Risse, Spritzer und Unteraushärtung – Ursachen und Abhilfemaßnahmen

Time : 2026-08-26

Die Laser-Schweißtechnik erzeugt tiefe, schmale Nähte mit geringer Verzugneigung und erreicht Geschwindigkeiten, die herkömmliche Lichtbogenschweißverfahren nicht erreichen können. Gleichzeitig ist sie jedoch weniger fehlertolerant als MIG- oder TIG-Schweißen. Da der hochenergetische Laserstrahl die Wärme auf einen mikroskopisch kleinen Punkt konzentriert und die Schmelzzone sehr schnell abkühlt, führen bereits kleinste Ungenauigkeiten bei Parametern, Schutzgas oder Fügevorbereitung unmittelbar zu Fehlern.

Drei Hauptfehler machen den Großteil aller ausgeschlossenen Laser-Schweißnähte in modernen Fertigungsbetrieben aus: risse, Spritzer und Unteraushärtung . (Hinweis: Porosität – der vierte Hauptfehler – wird separat in unserer speziellen Anleitung zu Gasporosität in Laser-Schweißnähten behandelt).

Diese Fehlersuchanleitung hilft Produktionsleitern, Schweißaufsichtsführern und Bedienern sowohl handgeführter als auch automatisierter Laserschweißsysteme, Fehler direkt auf der Produktionsfläche schnell zu identifizieren, die Ursache zu beheben und die Produktion am Laufen zu halten.

Warum diese drei Fehler den Fertigungsbetrieben Geld kosten

  • Nacharbeit und Ausschuss: Bei der abschließenden Qualitätskontrolle entdeckte Fehler bedeuten teure Nachschneidarbeiten, manuelles Schleifen und erneutes Schweißen.

  • Durchgefallene Festigkeits- und Dichtheitsprüfungen: Risse und tiefe Einbrandstellen verringern den wirksamen Querschnitt und erzeugen kritische Spannungskonzentrationen, was zu Ausfällen im Einsatz führt.

  • Ästhetische Abzüge: Starke Spritzerbildung und Einbrandstellen beeinträchtigen optisch anspruchsvolle Nähte, die ansonsten ohne Nachbearbeitung durchgingen.

Fehler bereits an der Maschine – und nicht erst bei der Endinspektion – zu erkennen und zu stabilisieren, ist der entscheidende Faktor für echte Profitabilität auf der Produktionsfläche.

1. Risse

Was Sie sehen

Ein Riss erscheint als scharfe Unterbrechung entweder direkt in der Schweißnaht oder unmittelbar daneben – entlang der Mittellinie, am Nahtfuß oder innerhalb der wärmebeeinflussten Zone (HAZ). Er kann unmittelbar nach der Erstarrung entstehen oder erst Stunden/Tage später (verzögerte Kaltbildung tritt häufig bei härtbaren Kohlenstoffstählen auf).

Warum es passiert & wie man es behebt

Die Hauptursache ist die extreme Abkühlgeschwindigkeit, die dem Laserschweißen inhärent ist. Schnelle Erstarrung führt dazu, dass niedrigschmelzende Verunreinigungen entlang der Mittellinie eingeschlossen werden (Heißrissbildung), während hohe Einspannung, schnelle Abkühlung und Wasserstoff Kaltbildung in anfälligen Stählen verursachen.

Häufige Ursache Korrekturmaßnahme
Übermäßige Vorschubgeschwindigkeit oder Abkühlgeschwindigkeit Verringern Sie die Vorschubgeschwindigkeit oder stellen Sie das Leistungs-zu-Geschwindigkeits-Verhältnis neu ein, um die thermischen Gradienten zu verlangsamen.
Rissanfälliges Material (Hoher Kohlenstoff-, Schwefel- oder Phosphorgehalt bzw. bestimmte härtbare Legierungen) Führen Sie einen kompatiblen Zusatzdraht ein, um die Schweißchemie zu verändern; erwärmen Sie die Grundwerkstoffe innerhalb der empfohlenen Bereiche vor.
Schlechte Fügung oder Schwankungen im Fügespalt Fügevorbereitung verbessern; konstante, null- bis minimalen Spalt einhalten.
Fügekontamination (Öl, Feuchtigkeit, Schmierstoffe, Kühlmittel) Kanten gründlich reinigen und entfetten; Oberflächenöle führen zu Wasserstoffeinschlüssen und Verunreinigungen.
Hohe Fügeeinspannung Physikalische Spannvorrichtungen anpassen oder die Schweißreihenfolge ändern, um natürliche Bewegung während der Abkühlung zuzulassen.
Falsche Zusatzwerkstoffchemie Stellen Sie sicher, dass die Metallurgie des Zusatzdrahts exakt mit dem Grundwerkstoff übereinstimmt oder diesen ergänzt.

Praxistipp für die Fertigungshalle: Wenn Risse intermittierend statt kontinuierlich auftreten, überprüfen Sie Ihre Materialchargennummern oder die Beschichtungen der eingehenden Bleche. Die Häufigkeit korreliert oft mit Änderungen in der Materialchemie statt mit Maschinendrift.

2. Spritzer

Was Sie sehen

Spritzer bestehen aus geschmolzenen Metalltröpfchen, die mit großer Wucht aus der Schweißpfütze herausgeschleudert werden und entweder auf der Bauteiloberfläche landen oder sich auf der schützenden Abdecklinse ablagern. Leichte Spritzer sind manchmal beherrschbar; schwere, kontinuierliche Spritzer deuten auf einen stark instabilen Schlüssellochprozess hin.

Warum es passiert & wie man es behebt

Spritzer bedeuten, dass sich der Schlüssellochkanal zu schnell öffnet und wieder schließt oder dass der Metaldampfdruck durch die Oberfläche der Pfütze bricht.

Häufige Ursache Korrekturmaßnahme
Leistung zu hoch für die Vorschubgeschwindigkeit Verringern Sie die Laserleistung oder erhöhen Sie die Vorschubgeschwindigkeit, um das stabile Betriebsfenster zu finden.
Oberflächenkontamination (Rost, Walzhaut, starke Öle) Reinigen Sie die Fügezone; Oberflächenoxide verändern die Strahlabsorption und führen zu lokalisiertem Sieden.
Unzureichender oder ungleichmäßiger Schutzgasstrom bzw. -abdeckung Stellen Sie die Durchflussraten ein. Ein zu niedriger Strom belässt die Pfütze ungeschützt; ein zu hoher Strom erzeugt Turbulenzen, die Umgebungsluft ansaugen. Prüfen Sie den Abstand zwischen Düse und Werkstück.
Fokusposition nicht auf der Fügezone Überprüfen Sie die Höhe des Fokuspunkts und die Ausrichtung des optischen Strahls relativ zur Naht.
Schwing-/Oszillations-Einstellungen zu aggressiv Verringern Sie die Amplitude oder Frequenz des Strahlabtastmusters.
Zu großer Fügeversatz oder Kantenungleichheit Verbessern Sie die Fügepassung. Das Zuführen eines dünnen Zusatzdrahtes kann eine Fügeverbindung mit Spalt erfolgreich stabilisieren.

Praxistipp für die Fertigungshalle: Eine geringe Menge vorübergehender Spritzer während der Inbetriebnahme ist normal. Eine stetig zunehmende Spritzbildung während eines Produktionslaufs deutet meist auf eine Verschlechterung der Optik (verschmutztes Schutzglas) oder auf eine thermische Linsenverschiebung hin.

3. Unterschnitt

Was Sie sehen

Ein Unterschnitt ist eine deutliche Rille oder Kerbe, die direkt am Schweißnahtfuß in das Grundmaterial eingeschmolzen ist und bei der die zentrale Schweißnaht „stolz“ über einem eingetieften Rand erscheint. Er reduziert den wirksamen tragfähigen Querschnitt drastisch und wirkt als klassischer Spannungskonzentrator für Ermüdungsbruch.

Warum es passiert & wie man es behebt

Unterschnitt tritt auf, wenn die Energieeintrage an den Fugenkanten das verfuegbare Fuellmaterial ueberwaeltigt – der Laser verdampft oder verschiebt das Grundmaterial schneller, als die umgebende Schmelzpfuetze zurueckfliessen kann, um es wieder aufzufuellen.

Häufige Ursache Korrekturmaßnahme
Zu hohe Waermezufuhr bei duennen Querschnitten Verringern Sie die Laserleistung oder erhoehen Sie die Fahrgeschwindigkeit. Bei duennem Blech verhindert eine niedrigere Leistung in Kombination mit konstanter Geschwindigkeit das Ausfrasen der Kanten.
Strahl ist nicht zentriert zur Fugenlinie Zentrieren Sie den Strahl praezise neu. Die Nutzung einer Strahlschwingung hilft, die Energie gleichmaessig ueber die Fugenwaende zu verteilen.
Fokusfleck ist an der Kante zu klein Stellen Sie die Defokussierung oder die Fokusebene leicht ein; ein minimal groesserer Fleck verringert aggressives Ausfrasen der Kante.
Unzureichendes Zusatzmaterial bei Fugen mit Spalt Fuegen Sie Zusatzdraht hinzu und passen Sie die Drahtzufuhrgeschwindigkeit an die Spaltbreite an.
Turbulenz des Schutzgases, die die Schmelzpfuetze verschiebt Winkel und Durchflussrate der Schutzgaszufuhr überprüfen; turbulentes Gas kann flüssiges Metall physisch von den Schweißnahtkanten wegtreiben.

Praxistipp für die Fertigungshalle: Unterschnitt lässt sich leicht mit einem Standard-Schweißlehre messen. Die Tiefe entlang der Naht messen: Lokaler Unterschnitt deutet meist auf eine Strahlausrichtungsfehler hin, während ein gleichmäßiger Unterschnitt über die gesamte Naht auf zu hohe Wärmezufuhr hindeutet.

Ein systematischer Rahmen zur Behebung von Laserfehlern

Wenn plötzlich ein Fehler in der Fertigungslinie auftritt, widerstehen Sie dem Drang, mehrere Variablen gleichzeitig zu ändern. Befolgen Sie diesen disziplinierten Fehlersuchablauf:

  1. Eingangsgrößen stabilisieren: Genauere Angaben zum Werkstoffsortiment, zur Blechdicke, zur Oberflächenbeschaffenheit, zum Fügetyp und zur Konsistenz des Fügeabstands dokumentieren.

  2. Nur einen Parameter gleichzeitig ändern: Leistung, Vorschubgeschwindigkeit, Fokusposition, Gasdurchsatz oder Wobble – eine Änderung, ein Prüfschweißversuch .

  3. Zuerst an Ausschussmaterial testen: Verifizierungsproben stets unter Verwendung exakt identischen Serienmaterials durchführen, bevor an aktiven Komponenten gearbeitet wird.

  4. Protokollieren Sie Ihr Arbeitsfenster: Führen Sie Aufzeichnungen. Parameter verändern sich naturgemäß mit dem Alter der Schutzlinsen, dem Verschleiß der Düsen und wechselnden Umgebungsbedingungen.

Häufig gestellte Fragen

F: Können dieselben Laser-Schweißparameter gleichzeitig Spritzer und Unteraushärtung erzeugen?

A: Ja. Beides sind grundsätzlich Probleme der Wärmezufuhr. Zu hohe Leistung im Verhältnis zur Vorschubgeschwindigkeit kann Tropfen heftig ausstoßen (Spritzer) und gleichzeitig die Fügekanten aushöhlen (Unteraushärtung) – in einem einzigen Durchgang. Korrigieren Sie zuerst das Verhältnis von Leistung zu Geschwindigkeit, dann bewerten Sie verbleibende Fehler.

F: Ist Zusatzdraht stets erforderlich, um Laser-Risse zu verhindern?

A: Nein. Bei engen, extrem sauberen Fügen mit metallurgisch kompatiblen Werkstoffen erzeugt das autogene (zusatzdrahtfreie) Laserschweißen fehlerfreie strukturelle Schweißnähte. Zusatzdraht wird zwingend erforderlich bei gefüllten Fügen, rissanfälligen Legierungen (wie bestimmte Edelstähle oder kohlenstoffreiche Stähle) sowie bei ungleichartigen Metallkombinationen, wo er als chemischer Regulator fungiert.

F: Woran erkenne ich, ob ein Fehler durch die Maschine/die Parameter oder durch den Bediener verursacht wurde?

A: Führen Sie einen kontrollierten Isolationstest durch: Verwenden Sie denselben Bediener und exakt dieselben Parameter an vorreinigten Testproben. Fehler, die sich wiederholt auf sauberen, vorbereiteten Proben zeigen, deuten auf Maschinen-, Optik- oder Parameterprobleme hin. Fehler, die einem bestimmten Bediener zugeordnet werden können (z. B. Winkelabweichung bei Handpistolen), weisen auf technische Unzulänglichkeiten hin.

Erzielen Sie fehlerfreie Laser-Schweißnähte an Ihren Serienteilen

Die meisten Laser-Schweißfehler sind vollständig vermeidbar – vorausgesetzt, die Parameter sind optimiert, die Fügevorrichtung korrekt vorbereitet und die Technik beherrscht; die „richtige“ Einstellung hängt jedoch vollständig von Ihrer spezifischen Legierung, Ihrer Fügekonfiguration und Ihrer Serienstückzahl ab.

Unser internes Anwendungstechnik-Team führt regelmäßig Muster-Schweißversuche an Kundenteilen durch, um robuste, serienreife Parameterfenster zu ermitteln. (Suchen Sie Hilfe bei Gasporosität? Lesen Sie unseren Leitfaden zur Behebung von Porosität beim Laserschweißen.)

[Fordern Sie einen kostenlosen Schweißtest an] — Senden Sie uns Ihre Materialangaben, Dicke und Fügedetails. Unser Team liefert Ihnen optimierte Parameterempfehlungen sowie Ergebnisse der Musterbewertung für Ihren Betrieb.

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